Isole Tremiti
Die kleine Inselgrupe gehört zum marinen Naturschutzgebiet des Nationalparks Gargano
Castel del Monte steht allein auf einem kahlen Hügel der Murgia, rund 540 Meter über dem Meer und gut 18 Kilometer südlich von Andria im Norden Apuliens. Von weitem wirkt der ockerfarbene Bau wie eine steinerne Krone über der Hochebene. Die achteckige Stauferburg Kaiser Friedrichs II. ist das bekannteste Bauwerk der Region und zieht Besucher aus ganz Italien an.
Ein Ort im üblichen Sinn ist Castel del Monte nicht. Hier gibt es kein Dorf, keine Gassen, keine Piazza, sondern nur das Kastell, einen Parkplatz einige Kilometer entfernt und die weite Landschaft aus Trockenmauern, Olivenhainen und Weideflächen. Genau diese Abgeschiedenheit macht den Reiz aus: Das Bauwerk steht ohne Ablenkung für sich, so wie es der Kaiser vor bald 800 Jahren anlegen ließ.
Errichtet wurde die Burg um 1240 bis 1250 unter Friedrich II. von Hohenstaufen, dem Stauferkaiser, der Sizilien und Süditalien von seinem Hof aus regierte. Warum er ausgerechnet hier einen streng achteckigen Bau anlegen ließ, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Klassische Verteidigungsmerkmale wie Graben, Zugbrücke oder Zwinger fehlen, weshalb die Burg vermutlich nie als reine Festung gedacht war.
Der Grundriss folgt konsequent dem Achteck. Um einen achteckigen Innenhof von rund 17,8 Metern Durchmesser gruppieren sich acht gleiche Trakte, an jeder Ecke steht ein ebenfalls achteckiger Turm. Der Hauptbau erreicht etwa 25 Meter Höhe, die acht Türme ragen mit rund 26 Metern noch etwas höher auf. Innen liegen zwei Geschosse mit je acht trapezförmigen Sälen übereinander, alle gleich groß und über Wendeltreppen in den Türmen verbunden.
Die Zahl Acht kehrt überall wieder und gilt vielen als Schlüssel zum Bau: Als Übergang zwischen dem Quadrat als Sinnbild der Erde und dem Kreis als Sinnbild des Himmels stand das Oktogon im Mittelalter für Vollkommenheit. Ob Friedrich damit eine bewusste Botschaft setzen wollte oder schlicht der Mode der Zeit folgte, bleibt Deutungssache.
Auch das Material erzählt vom Anspruch des Bauherrn. Der Mauermantel besteht aus hellem, gelblich-grauem Kalkstein der Region, das große Portal ist mit rötlicher Brekzie gerahmt, im Inneren finden sich Marmor und antike Säulen. In der Architektur mischen sich Elemente der römischen Antike, der französischen Gotik und der islamischen Welt, die Friedrich aus dem multikulturellen Sizilien und von seinem Kreuzzug kannte.
Über den eigentlichen Zweck der Burg wird bis heute gestritten. Für ein reines Jagdschloss ist der Bau zu aufwendig, für eine Festung zu wehrlos. Diskutiert werden ein repräsentativer Kaisersitz, ein astronomisch ausgerichteter Bau und sogar eine steinerne Krone als Machtsymbol. Auffällig sind die genauen Bezüge zu Sonnenständen, die sich an bestimmten Tagen im Lichteinfall der Fenster zeigen.
Friedrich II. galt als einer der gebildetsten Herrscher seiner Zeit, sprach mehrere Sprachen und förderte Wissenschaft und Baukunst. Nach seinem Tod verlor die Burg ihre Bedeutung, diente zeitweise als Zuflucht und als Gefängnis und verfiel über die Jahrhunderte. Erst 1876 erwarb der italienische Staat das Kastell und ließ es sichern und restaurieren.
Seit 1996 gehört Castel del Monte zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die UNESCO würdigt vor allem die einzigartige Verbindung von mathematischer und astronomischer Präzision mit einer für ihre Zeit ungewöhnlichen Formstrenge, die Einflüsse aus drei Kulturkreisen zu einem eigenständigen Ganzen fügt.
Noch bekannter machte das Bauwerk 2002 die Einführung des Euro-Bargelds: Seither ziert Castel del Monte die Rückseite der italienischen 1-Cent-Münze. Wer eine solche Münze in der Hand hält, trägt das apulische Oktogon also im Kleinen mit sich, oft ohne es zu wissen.
Geöffnet ist das Kastell täglich: vom 1. April bis 30. September von 10:15 bis 19:45 Uhr, vom 1. Oktober bis 31. März von 9:00 bis 18:30 Uhr. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 2 Euro für Besucher zwischen 18 und 25 Jahren. Unter 18 und ab 65 Jahren ist er frei, ebenso am ersten Sonntag jedes Monats. Für den Rundgang durch die beiden Geschosse solltest du gut eine Stunde einplanen.
Direkt bis an die Burg darf man nicht fahren. Autos parken auf einem Platz etwa zwei Kilometer unterhalb, von dort bringt ein Shuttlebus für rund 1 Euro alle 10 bis 15 Minuten die Besucher in wenigen Minuten hinauf. Vom Halt sind es noch etwa zehn Minuten zu Fuß bergan, festes Schuhwerk und im Sommer eine Kopfbedeckung sind sinnvoll, denn Schatten gibt es auf dem Hügel kaum.
Nächste größere Stadt ist Andria, das seine Läden, Cafés und die Burrata-Tradition rund um das Kastell gruppiert. An der Küste lohnt vor allem Trani mit seinem romanischen Dom direkt am Hafenbecken, gut 30 Kilometer entfernt. Nordwestlich schließt Barletta mit Stauferkastell und dem berühmten Bronzekoloss an, weiter südlich reihen sich der Fischerhafen Molfetta und die Landeshauptstadt Bari mit ihrer Altstadt.
Landeinwärts erreichst du das für sein Brot bekannte Altamura, das mit seinem DOP-Sauerteigbrot und einer prähistorischen Höhle aufwartet. Wer mehr Zeit hat, fährt tiefer nach Süden zu den Trulli von Alberobello und den Klippen von Polignano a Mare. Für einen Badetag lassen sich die Ausflüge gut mit den Stränden Apuliens an der Adria verbinden.
Der nächste Flughafen ist Bari-Karol Wojtyla (BRI), rund 45 Kilometer von der Burg entfernt und mit Mietwagen in etwa 45 Minuten zu erreichen. Mit der Bahn fährst du auf der Linie der Ferrotranviaria (Bari-Nord) bis Andria, von dort verkehrt in der Saison von April bis Oktober ein Bus zum Kastell. Mit dem Auto nimmst du die Adria-Autobahn A14, verlässt sie bei Andria oder Barletta und folgst der ausgeschilderten Landstraße zum Parkplatz. In Andria selbst gilt in der Altstadt eine verkehrsbeschränkte Zone (ZTL), am Kastell parkst du dagegen ausschließlich auf dem offiziellen Besucherparkplatz.
Aus Österreich und der Schweiz bieten sich Direkt- oder Umsteigeflüge nach Bari an, etwa ab Wien, Zürich oder über München. Wer mit dem Auto anreist, fährt über den Brenner, Bologna und die A14 nach Süden: aus Wien sind es rund 1.100, aus München gut 1.300 Kilometer, sodass sich die Fahrt meist mit einer Zwischenübernachtung verbindet.
Die beste Reisezeit sind Frühling und Herbst. Von April bis Juni und im September und Oktober liegen die Temperaturen angenehm bei rund 20 bis 25 Grad, die Murgia leuchtet grün und die Sicht reicht weit. Der Hochsommer wird auf dem baumlosen Hügel sehr heiß, während der Winter mild, aber oft windig ausfällt und mit den kürzeren Öffnungszeiten weniger Spielraum lässt.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Klima im Jahresverlauf, Monatstabelle und die Monate, die zu deinem Urlaub passen.
Am angenehmsten: April bis Juni sowie September bis Oktober.
Tipp: Juli und August werden sehr heiß; Frühling und Herbst sind am angenehmsten.
In Castel del Monte ist der August mit 29 Grad am Tag der wärmste Monat, am kühlsten bleibt es im Februar mit 9 Grad. Am meisten Regen fällt im November (55 mm), am wenigsten im August (18 mm).
| Monat | Tag | Nacht | Regen | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Jan | 11 °C | 6 °C | 42 mm | Kühl |
| Feb | 9 °C | 3 °C | 37 mm | Winter |
| Mär | 12 °C | 5 °C | 37 mm | Kühl |
| Apr | 16 °C | 7 °C | 40 mm | Kühl |
| Mai | 21 °C | 12 °C | 32 mm | Angenehm |
| Jun | 26 °C | 16 °C | 26 mm | Warm |
| Jul | 29 °C | 18 °C | 19 mm | Warm |
| Aug | 29 °C | 18 °C | 18 mm | Warm |
| Sep | 24 °C | 15 °C | 46 mm | Angenehm |
| Okt | 19 °C | 11 °C | 51 mm | Angenehm |
| Nov | 15 °C | 8 °C | 55 mm | Kühl |
| Dez | 13 °C | 7 °C | 46 mm | Kühl |
Klimanormalwerte 1991 bis 2020 (Tageshöchst- und Tiefstwerte, Monatsniederschlag) aus TerraClimate, 4-km-Raster, gerundet, höhenkorrigiert auf 533 m.
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