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Piombino ist eine Hafenstadt an der Küste der Toskana, gut 80 Kilometer südlich von Livorno und damit am südlichen Ende der Provinz Livorno. Die Stadt mit rund 32.000 Einwohnern liegt auf einer Landzunge, die weit ins Tyrrhenische Meer hineinragt und an ihrer Spitze nur etwa zehn Kilometer von der Insel Elba entfernt ist. Piombino ist der südliche Eckpfeiler der Costa degli Etruschi, der Etruskischen Küste.
Für die meisten Reisenden ist Piombino zuerst eines: der Fährhafen nach Elba. Von hier legen täglich die Autofähren zum toskanischen Archipel ab. Wer die Stadt nur als Wartezimmer der Überfahrt kennt, verpasst allerdings einiges. Die Altstadt sitzt auf einem Felsvorsprung über dem Meer, und im Hinterland liegen mit Baratti, Populonia und den Parks des Val di Cornia mehrere lohnende Ziele.
Ehrlich dazu gehört auch: Piombino ist seit dem 19. Jahrhundert eine Industriestadt. Das Stahlwerk am nördlichen Stadtrand prägt Silhouette und Geschichte, mit ihm stieg die Einwohnerzahl in den 1970er Jahren auf fast 40.000 und ist seither wieder gefallen. Wer ein toskanisches Postkartenstädtchen erwartet, sollte das wissen. Wer sich darauf einlässt, findet einen unaufgeregten Ort mit Meerblick und kurzen Wegen.
Der Fährhafen liegt direkt unterhalb der Altstadt und ist ab dem Ortseingang durchgehend ausgeschildert. Die Zufahrt für Fahrzeuge führt über den Varco Fanciulli, Fußgänger erreichen die Terminals in wenigen Minuten vom Bahnhof Piombino Marittima aus.
Nach Elba gibt es drei Zielhäfen. Die Hauptverbindung führt nach Portoferraio und dauert mit der Autofähre etwa eine Stunde, Schnellfähren schaffen die Strecke in rund einer halben Stunde. Rio Marina erreichst du in etwa 45 Minuten, Cavo an der Nordspitze der Insel ist mit rund 20 Minuten die kürzeste Überfahrt. Bedient werden die Routen unter anderem von Moby Lines, Toremar und Blu Navy. In der Nebensaison fahren die Schiffe etwa im Stundentakt, in der Hochsaison dichter.
Saisonal ist Piombino auch Ausgangspunkt für längere Strecken: im Hochsommer nach Olbia auf Sardinien mit etwa fünfeinhalb Stunden Fahrzeit und nach Bastia auf Korsika mit rund drei Stunden. Beide Routen laufen nur in bestimmten Monaten, ein Blick in den aktuellen Fahrplan der Reederei ist vor der Planung Pflicht.
Zwischen Check-in und Ablegen bleibt oft eine Stunde oder mehr. Die Altstadt liegt zu Fuß nur wenige Minuten vom Hafen entfernt, für einen Espresso auf der Piazza Bovio reicht die Zeit allemal. Wer mit dem Auto unterwegs ist, stellt das Fahrzeug vorher in der zugewiesenen Warteschlange ab und vergewissert sich, wann die Verladung beginnt.
Das historische Zentrum hat sich in weiten Teilen erhalten. Der Torrione stammt aus dem 13. Jahrhundert und war lange das einzige Stadttor, ihm wurde 1447 der halbrunde Rivellino vorgelagert. Beide bilden zusammen den Eingang in die Altstadt. Weiter oben liegt die Cittadella, eine befestigte Residenzanlage, die die Fürstenfamilie Appiano in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts auf dem Hügel Santa Maria errichten ließ. Sehenswert sind außerdem die Kirche Sant'Antimo sopra i Canali aus dem 14. Jahrhundert, der Uhrturm neben dem Rathaus und die mittelalterlichen Brunnen der Fonti dei Canali.
Der eigentliche Höhepunkt ist die Piazza Bovio. Der Platz liegt auf einem schmalen Felssporn und ragt wie ein Schiffsbug über das Meer hinaus. Von der Brüstung siehst du Elba direkt vor dir, dahinter tauchen Capraia, Montecristo, Giglio und an sehr klaren Tagen sogar Korsika auf. Die Funde aus der Etruskerzeit der Region zeigt das Museo Archeologico del Territorio di Populonia im Zentrum.
Rund zwölf Kilometer nördlich der Stadt liegt der Golfo di Baratti, eine weit geschwungene Bucht mit feinem, auffällig dunklem Sand. Die Färbung stammt von den Rückständen der etruskischen Eisenverhüttung. Oberhalb der Bucht erstreckt sich der Archäologische Park von Baratti und Populonia über etwa 80 Hektar. Zu sehen sind die Nekropole von San Cerbone mit Tumulusgräbern aus dem siebten und sechsten Jahrhundert vor Christus, alte Sandsteinbrüche und weiter oben die Akropolis von Populonia mit Tempelresten, Mosaiken und römischem Straßenpflaster. Populonia war die einzige größere Etruskerstadt direkt am Meer. Das Dorf Populonia Alta mit seiner Burg thront über der Bucht und ist wegen des Ausblicks einen eigenen Abstecher wert.
Die Küste der Halbinsel ist abwechslungsreich. Im Stadtgebiet liegt bei der Marina di Salivoli der einzige richtige Sandstrand Piombinos. An der Landspitze folgen die Cala Moresca mit dunklem, grobem Sand zwischen zwei Felsvorsprüngen und die naturbelassene Spiaggia Lunga, eine Kiesbucht ganz ohne Infrastruktur. Nördlich der Stadt beginnt der Parco Costiero della Sterpaia, ein geschützter Küstenstreifen mit langem, hellem Sandstrand hinter niedrigen Dünen und einem alten Wald aus Steineichen, Tamarisken und Korkeichen.
Einen Überblick über die gesamte Region gibt unsere Seite zu den Stränden in der Toskana, und wie warm das Meer gerade ist, zeigt die Übersicht zur Wassertemperatur in Italien.
Piombino liegt am Ende des Val di Cornia, zu dem auch Campiglia Marittima, Suvereto, Sassetta und San Vincenzo gehören. Die Parks des Tals werden gemeinsam verwaltet. Neben Baratti und Populonia gehört dazu der Archäologisch-Bergbauliche Park von San Silvestro bei Campiglia Marittima mit befahrbaren Stollen, Bergbaumuseen und der mittelalterlichen Bergarbeitersiedlung Rocca di San Silvestro. Wer lieber wandert, findet im Parco di Montioni ausgedehnte Waldwege. Auch die Weinlandschaft von Bolgheri ist ein guter Tagesausflug.
Mit dem Auto erreichst du Piombino aus Norden über die Autobahn A12 bis Rosignano und weiter über die Küstenstraße SS1 Aurelia. Bei Venturina zweigt die SS398 ab, die direkt zum Hafen führt.
Aus Österreich fährst du in der Regel über den Brenner nach Verona und dann über Bologna und Florenz Richtung Küste. Ab Innsbruck sind es grob gerechnet rund 700 Kilometer, ab Wien etwa 1.100 Kilometer. Aus der Schweiz führt die Strecke über den Gotthard nach Mailand und weiter über Genua und Livorno, ab Zürich sind es ungefähr 700 Kilometer. In Österreich und der Schweiz brauchst du für die Autobahn eine Vignette, auf der Brennerautobahn kommt eine gesonderte Maut dazu. In Italien wird streckenabhängig an der Mautstelle abgerechnet.
Mit der Bahn kommst du bis Piombino Marittima, dem Bahnhof unmittelbar am Fährhafen. Die Stichstrecke dorthin beginnt in Campiglia Marittima an der tyrrhenischen Küstenbahn, hier musst du in der Regel umsteigen. Einzelne Verbindungen werden statt mit dem Zug per Bus zum Hafen geführt, die Fahrt dauert etwa 20 Minuten. Für Fährreisende ohne Auto ist das die bequemste Variante.
Die Badesaison an der Etruskischen Küste reicht von Mai bis in den September, am wärmsten ist das Meer im Juli und August. Genau dann ist auch der Fährverkehr am dichtesten. Angenehmer sind Juni und September mit warmem Wasser und spürbar weniger Betrieb. Für die Altstadt und die Ausgrabungen bei Baratti sind Frühjahr und Herbst ohnehin die bessere Zeit, weil auf den offenen Flächen kaum Schatten liegt.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: März bis Mai sowie Oktober bis November.
| Region | Toskana |
| Provinz | Livorno |
| Einwohnerzahl | 34.041 |
| Provinzkürzel | LI |
| Postleitzahl | 57025 |
| Vorwahl | 0565 |
| Städtepartnerschaft | Flémalle (Belgien) |
| Spezialitäten des Ortes | Val di Cornia Piombino (Wein) |
| Geschichte | Der Hafen stammt aus römischer Zeit, der mittelalterliche Stadtkern ist noch sehr gut erhalten |
| Lage | Gegenüber von Elba in der Maremma gelegen |
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