Grotte di Castellana
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Porto Cesareo liegt an der Ionischen Küste des Salento, im Süden Apuliens und rund 35 Kilometer westlich von Lecce. Der Ort zieht sich flach an einer geschützten Bucht entlang, vorgelagert liegen kleine Inseln und ein breiter Gürtel aus hellem Sand. Diese Mischung aus seichtem, türkisfarbenem Wasser und geschützter Natur ist der Grund, warum viele Familien und Taucher hierher kommen.
Der Name geht auf die Torre Cesarea zurück, einen wuchtigen Wachturm am südlichen Ortsrand. Er wurde ab 1568 aus Tuffstein errichtet und gehörte zu der Kette von Küstentürmen, die Karl V. im 16. Jahrhundert gegen Piratenüberfälle anlegen ließ. Der Turm ist rund 16 Meter hoch und von See aus weithin sichtbar. Bis heute prägt er das Bild des kleinen Fischerhafens, an dem morgens noch frischer Fang verkauft wird.
Aus dem einstigen Fischerdorf ist einer der bekanntesten Badeorte an der Salento-Küste geworden. Der große Reiz von Porto Cesareo liegt darin, dass Strand und Naturschutz hier zusammenfallen: Der Ort ist Namensgeber eines der größten Meeresschutzgebiete Italiens, das sich über gut 32 Kilometer Küste bis in die Gemeinde Nardò zieht.
Die Area Marina Protetta di Porto Cesareo wurde 1997 per Ministerialdekret ausgewiesen. Mit rund 16.654 Hektar geschützter Meeresfläche zählt sie zu den drei größten Meeresschutzgebieten des Landes. Geschützt werden vor allem die Seegraswiesen der Posidonia, die für klares Wasser und einen artenreichen Fischbestand sorgen. Für Reisende bedeutet das konkret: geregeltes Ankern, ausgewiesene Zonen und eine Unterwasserwelt, die deutlich intakter ist als an vielen anderen Küstenabschnitten.
Direkt vor dem Ort liegt die Isola dei Conigli, auch Isola Grande genannt. Sie ist etwa 2,4 Kilometer lang und rund 400 Meter breit und beginnt nur wenige Hundert Meter vor dem Strand. Weil das Wasser dazwischen meist nur gut einen Meter tief ist, kannst du die Insel bei ruhiger See und niedrigem Wasserstand zu Fuß durchwaten oder in kurzer Zeit hinüberschwimmen. Auf der Insel gibt es keine Bebauung, dafür niedrige Dünen, Macchia und stille Buchten, die im Hochsommer als Rückzugsort taugen.
Der Küstenstreifen rund um Porto Cesareo besteht aus mehr als 15 Kilometern Sand. Der feine, fast weiße Sand und das lange flach abfallende Wasser bringen dem Salento hier immer wieder den Vergleich mit der Karibik ein. Für Familien mit kleinen Kindern ist das ideal, weil du weit hinauslaufen kannst, ohne dass es tief wird.
Rund acht Kilometer nördlich liegt Torre Lapillo, ein Ortsteil von Porto Cesareo mit einer etwa vier Kilometer langen Sandbucht zwischen zwei alten Wachtürmen. Noch ein Stück weiter, schon Richtung Nardò, folgt Punta Prosciutto, oft als einer der schönsten Sandstrände Apuliens genannt. Wer es lebhafter mag, bleibt an den Lidi direkt im Ort mit Liegen, Bars und Bootsverleih. Wer Ruhe sucht, weicht auf die freien Abschnitte zwischen den Stränden aus.
Das klare Wasser macht Porto Cesareo zu einem der besten Reviere für Schnorchler und Taucher an der Ionischen Küste. An ruhigen Tagen reicht die Sicht unter Wasser mehrere Meter weit, über den Seegraswiesen und Felsbänken tummeln sich Fische, Seesterne und Tintenfische. Tauchbasen im Ort bieten geführte Touren an den vorgelagerten Riffen und zu versunkenen antiken Ankerplätzen im Schutzgebiet an.
Wer die Unterwasserwelt lieber trocken kennenlernt, besucht das Museo di Biologia Marina "Pietro Parenzan" in der Via Vespucci. Der Naturforscher Pietro Parenzan gründete es 1966, seit 1999 gehört es zur Universität Salento. Gezeigt werden umfangreiche Sammlungen aus dem Ionischen und Mittelmeer, von Muscheln und Korallen bis zu präparierten Meerestieren. Für einen bedeckten Tag oder mit Kindern ist das ein guter, günstiger Programmpunkt.
Porto Cesareo ist ein guter Ausgangspunkt, um den ionischen Salento zu erkunden. Nach Süden erreichst du in gut einer halben Stunde die Barockstadt Lecce, deren Altstadt aus warmem Kalkstein als eine der schönsten Süditaliens gilt. Rund 35 Kilometer entfernt liegt Gallipoli mit seiner Altstadt auf einer Insel und den bekannten Stränden im Umland.
Näher dran ist Nardò, dessen barocke Piazza Salandra einen Abstecher lohnt und das mit Porto Cesareo das Meeresschutzgebiet teilt. Wer die adriatische Seite des Salento sehen will, fährt quer über die Halbinsel nach Otranto mit seiner Kathedrale und dem berühmten Bodenmosaik oder bis ganz in den Süden nach Santa Maria di Leuca, wo Ionisches und Adriatisches Meer aufeinandertreffen. Nach Norden erreichst du die Hafenstadt Taranto mit ihrem bedeutenden archäologischen Museum. Eine Übersicht der schönsten Küstenabschnitte findest du zudem unter den Stränden Apuliens.
Der nächste Flughafen ist Brindisi (BDS), rund 55 Kilometer entfernt, von dort fährst du gut eine Stunde mit dem Auto oder per Transfer. Auch Bari liegt mit knapp zwei Stunden Fahrt in Reichweite. Mit der Bahn erreichst du Lecce als Knotenpunkt im Fernverkehr, von dort geht es weiter mit der Regionalbahn der Ferrovie Sud Est oder dem Bus nach Porto Cesareo. Am flexibelsten bist du mit dem Mietwagen, weil die schönsten Strände und Nachbarorte im Umland verstreut liegen.
Mit dem Auto kommst du aus Österreich und der Schweiz über die Adria-Autobahn A14 bis Bari und weiter über Tarent an die Ionische Küste; von München sind es rund 1.300 Kilometer, von Wien etwa 1.200 und von Zürich gut 1.400 Kilometer. Der Ortskern von Porto Cesareo ist klein, im Sommer wird es voll: Parkplätze an der Strandpromenade sind meist gebührenpflichtig, es lohnt sich, früh am Tag anzureisen oder eine Unterkunft mit eigenem Stellplatz zu wählen.
Die beste Reisezeit sind Juni und September. Dann ist das Wasser warm, im September liegt die Meerestemperatur noch bei etwa 24 bis 26 Grad, und die Strände sind spürbar leerer als im Hochsommer. Der August ist die heißeste und vollste Zeit, ideal für Badeurlaub, aber mit den höchsten Preisen. Wer vor allem schnorcheln und tauchen will, findet im Frühherbst die klarsten Bedingungen im Meeresschutzgebiet.
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