Castello Scaligero
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San Felice del Benaco liegt auf der Halbinsel Valtenesi am Westufer des Gardasees, ungefähr auf halber Strecke zwischen Salò und Manerba del Garda. Der Ort gehört zur Provinz Brescia in der Lombardei und verteilt sich über mehrere Ortsteile, darunter Portese, Cisano und die Landzunge San Fermo. Vor der Küste liegt die Isola del Garda, die größte Insel des Sees.
Anders als die belebten Uferpromenaden weiter südlich zeigt sich San Felice ruhiger. Weinberge, Olivenhaine und Zypressen prägen das Hügelland der Valtenesi, dazwischen führen schmale Straßen zu Buchten mit flachem Einstieg. Diese Mischung aus Weinbaulandschaft, Inselblick und kleinen Kiesstränden ist der Grund, warum viele Gäste hierher kommen statt in die großen Orte am Südufer.
Der Ort blickt auf eine lange Geschichte zurück. Der Glockenturm der Pfarrkirche wurde aus Mauerresten einer alten Skaligerfestung errichtet, und die Wallfahrtskirche Madonna del Carmine steht seit dem 15. Jahrhundert zwischen den Reben. Wer die Gegend kennenlernen will, verbindet am besten einen Inselbesuch mit einem Bummel durch den historischen Ortskern.
Die Isola del Garda liegt rund 220 Meter vor dem Ufer von San Felice und ist mit etwa 1.100 Metern Länge die größte, zugleich sehr schmale Insel des Gardasees. Beherrschendes Bauwerk ist die Villa Borghese Cavazza, die der Architekt Luigi Rovelli zwischen 1890 und 1903 im Stil der venezianischen Neugotik errichtete. Rund um die Villa erstreckt sich ein terrassierter Garten mit Zitrusbäumen, Zypressen und mediterranen Pflanzen, der die Insel zu einem botanischen Garten macht.
Die Insel ist bis heute Privatbesitz der Familie Borghese Cavazza, kann aber von etwa Ende März bis Oktober im Rahmen geführter Touren besucht werden. Die Anmeldung ist verpflichtend, die Überfahrt erfolgt per Boot von verschiedenen Orten am See, unter anderem von San Felice selbst. Schon lange vor der Villa diente die Insel als Rückzugsort: Franz von Assisi, Antonius von Padua und Bernhardin von Siena sollen hier meditiert haben.
Die Wallfahrtskirche Madonna del Carmine stammt aus dem 15. Jahrhundert und liegt etwas außerhalb inmitten der Weinberge. Im Inneren haben sich zahlreiche Fresken aus der Renaissance erhalten, die den schlichten Bau prägen. Die Pfarrkirche Santi Felice, Adauto e Flavia im Ortskern entstand zwischen 1740 und 1781 als barocker Bau; ihre Fresken schuf im 18. Jahrhundert Carlo Innocenzo Carloni, über dem Hauptaltar hängt eine Tafel des Renaissancemalers Romanino. Ihr Glockenturm gehört zu den Resten der früheren Skaligerburg.
Im Ortsteil Portese steht die Ruine einer Burg aus dem 14. Jahrhundert, von der ein Rundturm erhalten ist, in dem lange die Gemeindebibliothek untergebracht war. In Cisano lohnt der Abstecher zur Big Bench, einer überdimensionalen Sitzbank mit weitem Blick über den See auf Salò und seine Bucht. Solche Aussichtspunkte machen deutlich, warum die Halbinsel als eine der stilleren Ecken des Westufers gilt.
Die Küste von San Felice ist von kleinen Landzungen und Felsnasen gegliedert, dazwischen liegen Kiesstrände und Buchten mit flachem Zugang. Der bekannteste Strand ist die Baia del Vento an der Südspitze der Halbinsel, ein längerer Sand- und Kiesstrand mit Liegen, Sonnenschirmen, Verleih von Kanus und Tretbooten sowie Kiosk und Restaurant. Von hier fällt der Blick direkt auf die Isola del Garda.
Ruhiger geht es an den Kiesstränden von Porto San Felice und Porto Portese zu, die sich gut für einen entspannten Badetag eignen. Wer mehr Auswahl sucht, findet an der benachbarten Rocca-Halbinsel bei Manerba weitere Buchten. Die Valtenesi ist außerdem für ihren Wein bekannt: Der Chiaretto, ein heller Roséwein, hat seinen Ursprung im nahen Moniga del Garda, und viele Weingüter der Umgebung keltern ihn aus der lokalen Groppello-Traube.
San Felice ist ein guter Ausgangspunkt für das südwestliche Seeufer. Nach Norden erreichst du in wenigen Minuten Salò mit seiner langen Uferpromenade und dem Dom, weiter oben liegt Gardone Riviera mit dem Vittoriale, dem einstigen Wohnsitz des Dichters Gabriele D'Annunzio. Südlich schließen sich Manerba del Garda mit seinem Naturschutzgebiet an der Rocca sowie die Burgorte Padenghe sul Garda und Moniga an.
Für einen Tagesausflug bieten sich die großen Orte am Südufer an: Sirmione mit der Scaligerburg und den Thermen sowie Desenzano als größte Stadt am See mit Einkaufsstraßen und Bahnanschluss. Beide sind mit dem Auto in etwa 20 bis 30 Minuten erreichbar, im Sommer verbinden zudem Kursschiffe die Orte am See.
Der nächste Flughafen ist Verona (VRN) in rund 50 Kilometern Entfernung, gefolgt von Bergamo Orio al Serio (BGY) in etwa 85 bis 90 Kilometern; auch Mailand ist über die Autobahn gut angebunden. Mit der Bahn fährst du bis Desenzano del Garda oder Brescia, von dort geht es per Bus oder Taxi weiter, da San Felice selbst keinen Bahnhof hat. Mit dem Auto nutzt du die A4 Mailand-Venedig, verlässt sie an der Ausfahrt Desenzano del Garda und folgst der Landstraße durch die Valtenesi. Aus Österreich führt die Route über den Brenner und die A22 bis Verona, dann auf die A4 Richtung Brescia; aus der Schweiz geht es über Mailand auf dieselbe Autobahn. Ab München bist du je nach Verkehr etwa vier bis fünf Stunden unterwegs. Im Ort selbst gilt in der Hauptsaison auf vielen Uferstraßen und an den Stränden Parkraumbewirtschaftung, sodass sich frühes Kommen oder ein Quartier mit eigenem Stellplatz lohnt.
Die beste Reisezeit liegt zwischen April und Oktober. Für Inselbesuche und Spaziergänge durch die Weinberge sind Mai, Juni und September ideal, weil es dann angenehm warm und weniger voll ist. Die Badesaison mit zuverlässig warmem Wasser reicht von Juni bis in den September; im Hochsommer sind Strände und Straßen deutlich stärker frequentiert. In der Nebensaison haben manche Strandbäder und die Inselführungen bereits geschlossen, dafür zeigt sich die Valtenesi besonders ruhig.
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