Schloss Duino
Idyllisch an der Küste gelegen, hat Schloss Duino im Laufe der Jahrhunderte manch Großen aus…
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Udine ist die heimliche Hauptstadt des Friaul, jener Landschaft im äußersten Nordosten Italiens, die heute zur Region Friaul-Julisch-Venetien gehört. Als der Sitz des mächtigen Patriarchats von Aquileia hierher verlegt wurde, stieg Udine zur führenden Stadt der Region auf und blieb es über Jahrhunderte. Ab 1420 gehörte die Stadt zur Republik Venedig, deren Baukunst und Lebensart das Zentrum bis heute prägen. Wer durch die Altstadt schlendert, spürt diese Mischung sofort: venezianische Eleganz, friaulische Bodenständigkeit und ein Hauch mitteleuropäischer Gelassenheit.
Die Stadt liegt in der friaulischen Ebene, umgeben von Weinbergen, mit den Julischen Alpen im Rücken und der Adria in Reichweite. Rund 100.000 Menschen leben hier, doch der Kern der Stadt wirkt überschaubar und lässt sich bequem zu Fuß erkunden. Udine gilt als entspanntes Ziel abseits der großen Touristenströme, ideal für alle, die venezianische Plätze ohne Gedränge, gute Küche und exzellenten Wein suchen. Zugleich ist die Stadt ein hervorragender Ausgangspunkt, um das übrige Friaul mit seinen römischen Ausgrabungen, Festungsstädten und Weingütern zu entdecken.
Das Herz von Udine ist die Piazza della Libertà, oft als einer der schönsten venezianischen Plätze auf dem italienischen Festland bezeichnet. Der Platz breitet sich am Fuß des Schlosshügels aus und wird von zwei prächtigen Bauwerken gerahmt. Auf der einen Seite steht die Loggia del Lionello, das gotische Rathaus, das zwischen 1448 und 1456 nach einem Entwurf des Goldschmieds Nicolò Lionello errichtet wurde. Ihr rosa-weißes Streifenmauerwerk und die offene Bogenhalle im Erdgeschoss zählen zu den schönsten Beispielen venezianischer Gotik in Norditalien. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1876 wurde die Loggia originalgetreu wieder aufgebaut.
Gegenüber erhebt sich die Loggia di San Giovanni aus der Renaissance mit dem Torre dell'Orologio, dem Uhrturm von 1527, der an das Vorbild am Markusplatz in Venedig erinnert. Zwei bronzene Mohrenfiguren schlagen dort zu jeder vollen Stunde die Glocke. Von der Piazza führt der von Andrea Palladio gestaltete Arco Bollani hinauf zum Schlosshügel. Nur wenige Schritte weiter öffnet sich die weitläufige Piazza Matteotti, von bunten Bürgerhäusern und Laubengängen umrahmt und seit jeher Schauplatz des Wochenmarktes. Am Abend füllen sich die Plätze und Gassen zur traditionellen Stunde des Aperitivo, wenn sich Einheimische bei einem Glas Wein treffen.
Über der Stadt thront das Castello di Udine auf einem sagenumwobenen Hügel. Das heutige Schloss entstand im 16. Jahrhundert im Stil der Renaissance, nachdem ein Erdbeben den mittelalterlichen Vorgängerbau zerstört hatte. Heute beherbergt es die Städtischen Museen, darunter die Galleria d'arte antica mit Werken friaulischer und venezianischer Meister sowie ein archäologisches Museum. Von der Anhöhe reicht der Blick über die Dächer der Altstadt und die friaulische Ebene bis zu den Alpen und an klaren Tagen bis zur Adria.
Udine ist untrennbar mit dem Namen Giambattista Tiepolo verbunden. Der junge venezianische Maler schuf hier zwischen 1726 und 1729 einige seiner frühen Hauptwerke. Im Palazzo Patriarcale, dem einstigen Sitz der Patriarchen und heutigen Museo Diocesano e Gallerie del Tiepolo, bemalte er die Decke über der Ehrentreppe, die Gästegalerie und den Roten Saal. Zu sehen sind der berühmte Sturz der aufständischen Engel, das Urteil Salomons und Szenen aus dem Alten Testament, leuchtende Kompositionen voller Licht und Bewegung. Weitere Arbeiten Tiepolos finden sich im Dom von Udine und in der Galerie des Schlosses, sodass sich die Stadt geradezu als Freilichtmuseum seiner Kunst erkunden lässt.
Das Friaul ist eine der spannendsten Küchenlandschaften Italiens, und in Udine lässt sie sich in urigen Osterie und eleganten Lokalen kosten. Typisch ist der Frico, ein knuspriger Kuchen aus geschmolzenem Käse, Kartoffeln und Zwiebeln, der einst aus der Bergregion Carnia kam. Dazu kommen der weltberühmte Prosciutto di San Daniele aus dem nahen Hügelland, herzhafte Gerichte mit Polenta sowie die Gubana, eine spiralförmige Mehlspeise mit einer Füllung aus Nüssen und Trockenfrüchten. In der friaulischen Küche mischen sich mediterrane, alpine und mitteleuropäische Einflüsse zu etwas Eigenständigem.
Begleitet werden die Speisen von hervorragenden Weinen. Das Aushängeschild der Region ist der Friulano, ein trockener, aromatischer Weißwein, der als Inbegriff des friaulischen Weinbaus gilt. Rund um Udine erstrecken sich renommierte Anbaugebiete wie die Colli Orientali del Friuli und der Collio, die für ihre frischen Weißweine international geschätzt werden. Ein Glas Friulano zum Aperitif auf der Piazza gehört für viele Besucher zu den schönsten Erinnerungen an die Stadt, und nicht selten wandert eine Flasche als flüssiges Andenken mit nach Hause.
Udine ist der ideale Ausgangspunkt, um das Friaul zu erkunden. Nur etwa zwanzig Kilometer östlich liegt Cividale del Friuli, eine von den Langobarden gegründete Stadt am Fluss Natisone, deren frühmittelalterliche Zeugnisse zum UNESCO-Welterbe zählen. Nach Süden erreicht man Palmanova, die von den Venezianern angelegte Festungsstadt in Form eines neunzackigen Sterns, ebenfalls ein Welterbe. Weiter südlich liegt Aquileia, einst eine der bedeutendsten Städte des Römischen Reiches, mit Ausgrabungen und einer Basilika voller Bodenmosaike.
Wer das Meer sucht, fährt zur Laguneninsel Grado mit ihren Sandstränden und der historischen Altstadt. Auch die Regionshauptstadt Triest mit ihrem habsburgischen Flair ist in gut einer Stunde erreichbar. Wein- und Genussreisende folgen den Straßen durch die Hügel des Collio bis an die slowenische Grenze. So lässt sich Udine gut mit einer Rundreise durch das gesamte Friaul-Julisch-Venetien verbinden.
Udine ist gut erreichbar und liegt an der Kreuzung wichtiger Verkehrswege im Nordosten Italiens. Mit dem Auto führt die Autobahn A23 von Norden über Tarvis und den Grenzübergang bei Villach heran, während die A4 die Stadt mit Venedig im Westen und Triest im Osten verbindet. Mit der Bahn ist Udine an das internationale Netz angeschlossen, Züge aus Venedig, Triest und über Villach aus Österreich halten im zentralen Bahnhof. Der nächstgelegene größere Flughafen ist Triest, von dort sind es rund vierzig Minuten. Weitere Hinweise zu Wegen und Verbindungen finden sich auf der Seite zur Anreise nach Italien.
Die angenehmste Reisezeit sind das Frühjahr und der Herbst, wenn milde Temperaturen die Stadtbesichtigung und Ausflüge ins Umland begünstigen. Der Frühherbst ist zugleich die Zeit der Weinlese, wenn die Hügel rund um Udine in warmen Farben leuchten und die Weingüter zur Verkostung laden. Der Sommer kann in der friaulischen Ebene heiß und schwül werden, bietet dafür aber lange Abende auf den Plätzen. Der Winter ist ruhig und oft klar, mit Blick auf die verschneiten Alpen am Horizont und einem stimmungsvollen Weihnachtsmarkt in der Altstadt.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Mai sowie September bis Oktober.
| Region | Friaul-Julisch Venetien |
| Provinz | Udine |
| Einwohnerzahl | 99.341 |
| Provinzkürzel | UD |
| Postleitzahl | 33100 |
| Vorwahl | 0432 |
| Prominente Bürger | Afro Basaldella (Maler) Emanuele Blandamura (Boxer) Elena Cecchini (Radrennfahrerin) |
| Städtepartnerschaft | Esslingen am Neckar (Deutschland) Vienne (Frankreich) Neath Port Talbot (Wales) Norrköping (Schweden) Schiedam (Niederlande) Villach (Österreich) Albacete (Spanien) |
| Sport | Udine Calcio (Fußball) Pallalcesto Amatori Udine (Basketball) |
| Reisezeit-Hinweise | Der Sommer ist recht warm und die Winter relativ streng, dennoch schneearm. |
| Geschichte | Ein vom Adel und Bürgertum geprägtes Stadtbild zeugt heute von der Geschichte der Stadt. |
| Lage | Nahe der slowenischen Grenze in den Alpen gelegen |
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