Pastellfarbene Häuschen, die sich hoch über dem Meer terrassenförmig an den steilen Abhang krallen; verwinkelte Treppchen und Gassen, die sich zum Gestade hinab winden, diesen zauberhaften Anblick genießt der Besucher des Örtchens Positano an der Amalfiküste.
Vom Fischerdorf zum Sehnsuchts-Ziel
Das ehemalige Fischerdorf Positano gehört zur Provinz Salerno im italienischen Kampanien. Der Ort liegt zwischen den Städten Neapel, Salerno und Sorrent. Von den beiden letzteren aus ist er auch mit der Fähre zu erreichen. Eine Fährverbindung besteht zudem zur Insel Capri. Das Gebiet Positanos erstreckt sich über das Festland hinaus bis auf die südwestlich im Meer gelegene Inselgruppe Li Galli. Der Legende nach soll es sich bei diesen Felseninseln um in Stein verwandelte Sirenen, Fabelwesen der antiken Mythologie, handeln.
Archäologische Funde belegen, dass Positano bereits von den Römern bewohnt wurde. Im Mittelalter war die Stadt Teil des Herzogtums bzw. der Republik Amalfi. Nachdem der Ort noch bis weit ins 20. Jahrhundert vorwiegend von der Fischerei lebte, entwickelte sich ab den 1950er Jahren der Tourismus.
Historische Altstadt, Hafen und Strand
Der Altstadtkern ist oberhalb der heutigen Staatsstraße SS163 angesiedelt. Besonders hübsch anzusehen sind die Kirchen Santa Maria Assunta, mit ihrer unverwechselbaren Kuppel, Madonna del Carmine und Madonna delle Grazie.
In den Gassen Positanos laden zahlreiche kleine Läden zu einem Bummel ein. Farbenfrohe Leinen- und Baumwollstoffe charakterisieren die handgearbeiteten, verzierten Textilien aus der Region, die unter dem Namen „Positano Moda“ weithin bekannt sind und in den kleinen Boutiquen der Stadt angeboten werden.
Unterhalb der Stadt liegen der Hafen, die Marina Grande, sowie der Strand Positanos. Die Bucht ist bei Badegästen und Wassersportlern gleichermaßen beliebt, von Seglern über Surfer bis zu Tauchern. Am Hafen sind einige gute Fischrestaurants zu finden.
Lohnende Ausflugsziele
Einen Abstecher wert sind der auf einer Landzunge gelegene alte Friedhof, der Monolith-Felsen Montagna Forata, die nahe gelegene Höhle Grotta dell'Incanto und die Sarazenentürme entlang der Amalfiküste.
Schöne Ausflüge führen von Positano aus nach Amalfi und Ravello, in die antike Stadt Pompeji oder zum Vesuv. Auch für Wanderer ist die Gegend ein Paradies. Berühmt ist der Wanderweg der Götter, der "Sentiero degli Dei", doch auch auf zahlreichen anderen Pfaden wandelt der Urlauber hier durch Orangenhaine und inmitten duftender Blütenpracht einher und genießt den wunderbaren Ausblick auf Küste und Meer. Bei klarer Sicht kann man an manchen Stellen bis nach Capri schauen.
Sehenswürdigkeiten in Positano
Das Wahrzeichen des Ortes ist die Pfarrkirche Santa Maria Assunta oberhalb des Strandes. Ihre Kuppel aus grün, gelb und blau glasierten Majolika-Fliesen leuchtet weit über die Dächer und ist von fast jedem Winkel Positanos zu sehen. Im Inneren hängt über dem Hauptaltar eine byzantinische Ikone der Schwarzen Madonna, die zu den ältesten Kunstwerken der Region zählt. Der Legende nach brachten Seeleute das Bild einst an diese Küste, und der Ort soll seinen Namen von der Madonna erhalten haben.
Die eigentliche Sehenswürdigkeit ist jedoch Positano selbst. Statt großer Plätze prägen Hunderte von Stufen und schmale Gassen das Bild, die sich vom oberen Ortsrand bis zum Hafen hinunterziehen. Zwischen Bougainvillea und Zitronenbäumen öffnen sich immer wieder Blicke auf das Meer. In den Boutiquen entlang des Weges findest Du die luftige, handgefertigte Sommermode, die als „Moda Positano“ seit den 1950er Jahren zum Bild des Ortes gehört, dazu handgenähte Ledersandalen und bunte Keramik.
Strände in Positano
Der Hauptstrand ist die Spiaggia Grande direkt unterhalb der Altstadt. Vor der Kulisse der pastellfarbenen Häuser reihen sich hier bunte Sonnenschirme über dem dunklen, groben Sand. Ein Teil des Strandes ist frei zugänglich, den Rest teilen sich mehrere Strandbäder mit Liegen und Schirmen. Am westlichen Ende führt der gepflasterte Fußweg Via Positanesi d'America um die Felsen herum zum kleineren und ruhigeren Strand Fornillo, der etwas geschützter liegt.
Vom Hafen legen außerdem kleine Boote zu den Buchten der Umgebung ab, die nur vom Wasser aus erreichbar sind, sowie zur vorgelagerten Inselgruppe Li Galli. Eine Bootstour ist die schönste Art, die Steilküste und ihre versteckten Grotten kennenzulernen. Einen Überblick über weitere Küstenabschnitte der Region gibt unsere Übersicht der Strände in Kampanien.
Wandern und Ausflüge
Die bekannteste Wanderung der Amalfiküste ist der Sentiero degli Dei, der Weg der Götter. Er verläuft hoch über dem Meer von Bomerano bei Agerola bis nach Nocelle oberhalb von Positano und lässt sich gut an einem halben Tag gehen. Der Pfad führt über Terrassenfelder und an alten Steinhäusern vorbei, während der Blick über die gesamte Küste bis nach Capri reicht. In Nocelle steigst Du über eine lange Treppe oder mit dem Ortsbus wieder nach Positano hinab.
Dank der zentralen Lage eignet sich der Ort gut als Ausgangspunkt für Tagesausflüge. Mit der Fähre erreichst Du in der Saison bequem Amalfi mit seinem Dom, das hoch gelegene Ravello mit seinen Gärten und die Insel Capri. So umgehst Du zugleich die engen und oft verstopften Küstenstraßen.
Anreise und beste Reisezeit
Wer nach Positano in Italien reist, kommt meist über den Flughafen Neapel. Von dort geht es weiter nach Sorrent oder Salerno und von beiden Orten mit dem Linienbus der SITA über die kurvige Küstenstraße SS163 oder in der Saison per Fähre nach Positano. Ein eigenes Auto ist wegen der schmalen Straßen, der Zufahrtsbeschränkungen und der knappen Parkplätze eher hinderlich als hilfreich, Bus und Fähre sind die entspanntere Wahl.
Am angenehmsten ist Positano im Frühling und im frühen Herbst, wenn die Temperaturen mild sind und der Andrang nachlässt. Im Hochsommer ist der Ort sehr voll, dafür ist das Meer dann am wärmsten. Wie warm das Wasser zur geplanten Reisezeit ist, kannst Du vorab bei den Wassertemperaturen nachsehen.


























